Donnerstag, 14. September 2017

Der Herbst beginnt....

Hallo ihr Lieben!

Ja, das wird´s wohl mit dem Sommer gewesen sein, aber ich freue mich riesig auf den Herbst, auch wenn der Start recht stürmisch war. Da flog ja so einiges, hatte richtig Angst um das Taubennest im Baum, aber es hielt stand!

In den letzten Tagen im August haben wir dann doch noch so einiges unternehmen können. Wir hatten sehr viel Glück, dass wir in der letzten Ferienwoche doch noch zur Nordsee kamen. Früh sind wir losgefahren und in gut 2 Stunden sind wir dann in Norddeich angekommen, wo es mit der Fähre Richtung Norderney ging. Was ein herrlicher Tag und die Sonne meinte es wirklich gut mit uns! So konnten die Kinder in die Nordsee springen und auch ich hab es mir nicht zweimal sagen lassen und bin durch die See spaziert.




Natürlich wurden auch fleißig Muscheln gesammelt. Mal schauen, was wir Schönes daraus zaubern.


Abends ging es dann müde aber glücklich zurück zum Festland. Um 22h fielen wir dann alle schon ins Bett. Während mein Mann noch Urlaub hatte, durfte ich nämlich schon wieder arbeiten.


Ja, unsere Sonnenblumen sehen nach dem Sturm nun etwas angegriffener aus, als auf diesem Bild. Das konnte ich dann kurz vorher noch schnell machen.



Nochmal einen Schwung Kräuter zum Trocknen aufgehangen. Ab jetzt müssen sie aber auf den Dachboden ziehen, da der Trocknungsvorgang sonst zu lange dauert. Glaubt mir, ich bin nun jeden Tag oben, weil es so herrlich duftet und ich diesen Anblick von vor sich hin trocknenden Kräutern liebe. :D Keine Ahnung warum, aber das fühlt sich dann richtig heimelig an.




Die Samenkapseln des Löwenmäulchens musste ich auch dieses Jahr unbedingt sammeln. Sie sind so herrlich schaurig und machen Lust auf Halloween. Außerdem musste ich doch meine Kinder ein bisschen erschrecken, die waren allerdings eher erstaunt, als erschreckt, aber sowas sieht man ja auch nicht alle Tage. Immer wieder faszinierend, was die Natur hervorbringt.


Dabei sieht das Löwenmäulchen von außen doch richtig niedlich aus.



Wir nutzen die sturmfreien Tage, um abends ein Feuerchen zu machen und Stockbrot zu essen.



Zur Unterstreichung der tollen Atmosphäre werden wir dann mit den herrlichen Düften von Beifuß und Salbei betört.

Mein Schafgarbenöl konnte ich nun auch nach 6 Wochen Ziehzeit abseihen. Es dient zur Wundheilung, wirkt blutstillend und entkrampfend.


Mein Vorrat an getrockneten Kräutern ist dieses Jahr enorm. Aber ich verbrauche auch viel, entweder für Tee, ins Essen oder zum Räuchern.



Kurz entschlossen, aber wohl überlegt, habe ich es nun gewagt. Seit Anfang September studiere ich neben meinem eigentlichen Beruf, die Phytotherapie per Fernstudium. Ein Traum sag ich euch! Ich liebe es, mich mit der Geschichte der Kräuterheilkunde zu beschäftigen und alles auch selbst auszuprobieren. Ich bin fasziniert von der Vielseitigkeit der Heilkräfte der Pflanzen. In der heutigen Zeit sind wir ja doch sehr abhängig geworden von der Pharmazie und es geht auch nicht mehr ohne, aber wenn man doch die heilenden Kräuter um die Ecke im Wald und auf der Wiese hat, wäre es doch zu schade, das nicht auszunutzen.


Gebastelt habe ich dann auch noch. Der Mann meiner Cousine wurde 40 und man fragt sich ja immer: Was kann man schenken? Einfach Geld in einen Umschlag ist nicht so mein Ding und von der Einrichtung her haben wir einen ganz unterschiedlichen Geschmack, fällt also raus. Garten gibt es auch nicht wirklich, da habe ich mir gedacht, dann kommt eben ein kleiner Kräutergarten ins Haus. Aus Geldscheinen wurden Blüten gebastelt, Schnittlauch für´s Grün und rundherum dann kleine Kräuterschnäpse und Kräuterbonbons. Alles in eine kleine Kiste verpackt und etwas beklebt und schön gemacht und fertig war es.


Und nun werde ich mich wieder der Phytotherapie widmen. Ein bisschen Zeit bleibt noch, bevor die Kinder nach Hause kommen.

♥-liche Grüße, Kerstin

Dienstag, 15. August 2017

Der August macht ganz schön Frust....

Hat wer die Sonne gesehen? Dichte Wolken voller Regen ziehen seit Tagen über unser Haus hinweg. Was ist mit dem Sommer passiert? Hat der Urlaub? Der August, der Lümmel, beschert uns wirklich keine schönen Tage. Dabei beginnt doch jetzt die Hauptsammelzeit unserer Pflanzen und Kräuter. Aber wenn die so nass sind, mag ich auch nicht sammeln gehen.
Was ein Glück, dass es heute morgen trocken war, so haben meine große Tochter und ich die regenfreien Stunden genutzt, um Wildkräuter zu sammeln. Tragisch, da man oft weit fahren muss, es gibt ja kaum noch Wildwiesen. An Feldrändern lassen wir das Sammeln lieber sein, auch wenn es mir da immer in den Fingern juckt, weil alles so vielfältig dort blüht. Aber es ist mir einfach zu riskant, da auch diese Pflanzen die Schadstoffe aufnehmen, die auf die Felder gespritzt werden.
Da bleibt einem fast nichts anderes übrig, als die Wildkräuter im eigenen Garten anzusiedeln und genau das hab ich gemacht. Bei uns wächst Goldrute, Spitzwegerich, Schafgarbe, Dost, viele verschiede Minzen, wilde Möhre, Engelwurz, Sonnenhut, Natternkopf, Königskerze, Muskatellersalbei und und und....neben den üblichen Kräutern, die man sonst so kennt für den Hausgebrauch.
Gesammelt haben wir auf Feldern nur noch mehr Schafgarbe, Goldrute und Beifuß. 7 Sträuße sind es geworden, alle sind geweiht und sollen uns nun begleiten als Gewürz, Tee oder zum Räuchern.
Der Strauß vom letzten Jahr wurde im Feuer verbrannt.




Ich liebe es und es duftet so schön.

Einer scheint besonderen Gefallen an dem bescheidenen Wetter zu haben. Mein Hibiskus ist im Angebermodus. Ich konnte es kaum glauben, als er seine Blüten öffnete. Er ist ja ein Giant, aber so groß waren die Blüten noch nie.


EIN Blütenblatt ist so groß, wie die Hand meiner fast 10-jährigen Tochter! Ich bin hin und weg.

So, damit mein Kreativblog auch seinem Namen alle Ehren macht, zeig ich euch jetzt das Abschiedsgeschenk vom Kindergarten, denn ja, nun kommt auch unser zweites Kind in die Schule und wir kehren dem Kiga den Rücken. 6 Jahre (beide Kinder je 3 Jahre) lang hab ich Erzieher kommen und gehen gesehen, Vieles erlebt, geweint, gelacht. Da wollte ich unbedingt den 3 Haupterzieherinnen meiner Kleinen ein Geschenk machen. Schließlich haben sie auch einen großen Teil zur Erziehung beigetragen. Und für die Arbeit bin ich dankbar und wollte es so zum Ausdruck bringen.
Wir haben kleine Holztabletts gekauft, wo man in den Boden auch eigene Fotos reinlegen kann. Also sozusagen ein Bilderrahmen in Form eines Tabletts. Gefunden bei Action ;)
Die Grußkarten hat meine Tochter ganz liebevoll ausgemalt, sie soll ja auch schließlich einen Beitrag dazu leisten. Dann gab es noch selbstgemachtes Kräutersalz, selbstgemachte Lavendelsäckchen, Waschgel für die Hände, einen netten Text, was eine Erzieherin ausmacht und für jede Erzieherin ein selbstgestricktes Spüli bzw. Waschtuch.




Was soll ich sagen, ich mag ja keine Abschiede, da ich doch sehr nah am Wasser gebaut bin und so wurde doch die ein oder andere Träne vergossen. Aber die Hauptsache ist, dass sich die Frauen gefreut haben.
Für alle Erzieherinnen hab ich ein kleines Survivalpaket zusammengestellt, was dann auch wohl bei der nächsten Vollversammlung verputzt wurde.




Die Idee dazu hab ich bei Frollein Pfau gefunden. Herzlichen Dank an dieser Stelle! Es ist super angekommen! Frollein Pfau macht einfach die besseren Fotos, schaut es euch bei ihr am besten an :D

So, das war jetzt wieder ganz schön viel, ich hoffe, ihr habt es bis hier unten durchgehalten! ^^

Liebe Grüße, Kerstin


Sonntag, 30. Juli 2017

Brennnesselsamen fertig, Kräutergarten und Räuchersticks

Hallo ihr Lieben!

So schnell kann es gehen, die Brennnesselsamen sind nun fertig. Auf dem ersten Bild seht ihr die getrockneten Samenstände ohne Samen. Die sind nämlich in die Schüssel geplumpst. Wenn Pflanzen erstmal trocknen, bin ich immer wieder erstaunt, wie wenig von dem Kraut übrig bleibt. Daher nehme ich schon immer eine großzügige Menge mit zum Verarbeiten, dann lohnt es sich so richtig und man kann auch noch Verwandte und Bekannte damit beschenken, sollte es tatsächlich zuviel werden. Aber ich gehe davon aus, dass der Winter wieder lang sein wird, da kann man dann nicht genug Vorrat haben.



Ich habe die Samen noch zu Pulver verarbeitet und das kommt jetzt immer in den Smoothie oder ins Müsli. Auch im Salat macht es sich fein.



Täglich ernte ich zur Zeit auch in meinem Kräutergarten, ob als frische Zutat oder zum Trocknen für Tee, Räucherwerk, Duftsäckchen, etc...

Hier wären wir mal bei den Räuchersticks, die ich heute frisch gebunden habe. Beifuß, Rainfarn und Königskerze haben wir aus dem Wald mitgenommen, der Rest wächst im heimischen Garten, wie: Thymian, Salbei, Kamille, Johanniskraut und Melisse.
 

Die Kräuter werden in Bündel zusammengelegt und dann mit einem dünnen Baumwollfaden umwickelt.
Für die Reinigung oder auch als Räucherung zu den Rauhnächten empfehlen sich folgende Kräuter:

Königskerze
Thymian
Johanniskraut
Salbei
Beifuß
Rainfarn

Zur Erhellung des Gemüts bzw. Stimmungsheber sind folgende Kräuter geeignet:

Melisse
Johanniskraut
Kamille
Salbei
Thymian



Jetzt müssen sie noch 2 Wochen hängen bis sie komplett trocken sind und dann darf losgelegt werden, indem man sie unten festhält und oben entzündet. So kann man durch die Räume laufen und die Atmosphäre reinigen.


Mein Vorrat an Salze ist noch nicht ganz gedeckt.

Die Gläser habe ich heute in Holland gefunden. Noch sind sie nicht gefüllt, aber bald. Erst müssen die Kräuter noch getrocknet werden.


Wieder ein kräutereignisreicher Tag. Im Kopf habe ich noch so viele Ideen, ich weiß gar nicht, wann ich die alle umsetzen soll. Vielleicht im Urlaub, wer weiß.... :D

Habt einen schönen Sonntagabend!

Liebe Grüße, Kerstin

Samstag, 22. Juli 2017

Kräutersträuße/Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt

Hallo ihr Lieben!

Ihr merkt es, Mitte/Ende Juli beginnt bei mir die Kräuterzeit. Viele Kräuter habe ich in meinem Garten, aber auch im Wald oder am Feldrand finde ich meine Lieblingskräuter, aus denen immer tolle neue Sachen entstehen (momentan trocknet Olivensalz im Backofen).
Bald ist Maria Himmelfahrt. An diesem Tag ist es seit dem 9. Jhrd. Tradition, die gesammelten Kräuter zu einem Strauß zu binden und weihen zu lassen. Maria war als Blumenliebhaberin bekannt und aus der Überlieferung geht hervor, dass nach ihrem Ableben anstelle ihres Leichnams, an Ort  und Stelle, fruchtbare Gewächse gefunden wurden, die einen wundersamen Kräuterduft verströmten.
Den Gedanken finde ich toll und bin gerne mit Feuereifer dabei Kräutersträuße zu binden.



Ich habe hier mal einen Beispielstrauß zusammengestellt. Letztendlich ist es jedem selbst überlassen, welche Kräuter und wie viele man nimmt. Man beachte allerdings, dass es wenigstens 7 und höchsten 99 verschiedene Kräuter sind. Hier mal eine kleine Auflistung, warum:

 7 für die Anzahl der Schöpfungstage
 9 steht für 3x3, die heilige Dreifaltigkeit
12 für die Anzahl der Apostel
99 ist die Verstärkung der Dreifaltigkeit, 33x3

Gut, 99 verschiedene Kräuter zu suchen würde mich jetzt auch an meine Grenzen bringen. Ich halte mich da gerne im Bereich 7-12 Kräuter auf ;) 

Am Abend vor Maria Himmelfahrt, also am 14. August, sammel ich die Kräuter und binde sie zu Sträußen. Meine Kräuter- und Blumenauswahl variiert immer ein bisschen. Aber immer mit dabei sind:

Königskerze
wilde Möhre
Rainfarn 
Kamille
Salbei
Goldrute
Rose
Kornähren

Man kann auch sämtliche andere Kräuter/Blumen nutzen, wie: 

Thymian
Basilikum
Ysop
Pfefferminze
Schafgarbe
Spitzwegerich
Beifuß
Baldrian
Frauenmantel
Liebstöckel
Rosmarin
Wermut
Arnika
Johanniskraut
Lilie
kleine Sonnenblume
Sonnenhut
usw....

Ihr seht, eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. 
Nach der Weihe hänge ich den Strauß zum Trocknen auf. Immer wieder kann man dann die Blätter zum Würzen oder für Tee ernten. Nach einem Jahr kommt er bei uns dann komplett in den Feuerkorb oder ich nutze die Kräuter einzeln für Räucherungen. 
Wie ist es bei euch? Kennt ihr die Tradition und habt ihr selbst auch schon mal Kräutersträuße gebunden? Wenn nicht, probiert es doch mal aus. :D

Habt ein schönes Wochenende!

♥-liche Grüße, Kerstin




Mittwoch, 19. Juli 2017

Kräuterernte: Brennnesselsamen und Rotweinsalz

Hallo an alle meine lieben Leserinnen!

Nun ist es soweit, das Kräutersammeln hat wieder Hochsaison. Momentan bin ich so oft es geht im Garten oder im Wald hinter unserem Haus um Kräuter zu sammeln und haltbar zu machen.
Heute haben meine Töchter und ich uns die Fahrräder geschnappt und sind in den Wald geradelt, um Brennnesselsamen zu ernten. Damit bin ich recht früh dran, aber im August/September wird nochmal geerntet.




Zum Antrocknen haben wir sie in den Schatten auf einem Tuch gelegt.



Nach dem Antrocknen haben wir die Samenstände in ein Sieb gegeben und eine Schüssel darunter gestellt. So können die herausfallenden Samen aufgefangen werden.



Die Samen sind sehr proteinreich und ersetzen eins zu eins die teuren Proteinpulver, die man fast überall zu kaufen bekommt. Im Smoothie, Salat, Müsli, Joghurt,.. sind sie eine tolle Ergänzung! Oder einfach auf´s Brot gestreut. Wer möchte, kann die Samen auch zu Pulver verarbeiten, eben so wie man es am liebsten mag.

Direkt verarbeiten kann man Rotweinsalz. Hier hab ich ein tolles Rezept für euch:

Zutaten:
- 300gr grobes Urmeersalz
- ca. 75ml Rotwein
- 1-2 Zweige Rosmarin
- 5 Salbeiblätter
- 2 Zweige Thymian
Zubereitung:
Salz in eine Schüssel geben und den Rotwein dazugeben. Erstmal nur einen Teil des Rotweins. Das Salz soll die Flüssigkeit vollständig aufnehmen.
Die frischen Kräuter mit einer Kräuterwiege zerkleinern und zu dem Salz geben.
Nun das Salz auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und bei 50°C ca. 2 Stunden bei leicht geöffneter Backofentür (ich nehme einen Holzlöffel zu Hilfe) trocknen. Das Salz muss vollständig getrocknet sein, abkühlen lassen und in Gefäße füllen. Sehr schön auch als Geschenk.



Zwischendurch einen kleinen Schluck vom Rotwein kann ich auch nicht schaden! ;D


Vor 2 Tagen habe ich Schafgarbenblütenöl angesetzt. Das sind ca 2 handvoll Blüten, die mit hochwertigem nativen Olivenöl angesetzt wurden. Wichtig ist, dass das Öl die Blüten vollständig bedeckt. Es reicht aus, das Glas mit Küchenkrepp und Gummiband zu schließen. Es sollte jeden Tag geschüttelt und geschaut werden, ob sich Blüten oberhalb des Öls befinden. Diese werden mit einem Holszstab wieder in das Öl gedrückt, um Schimmel zu vermeiden.
Fertig kann man das Öl als Massageöl bei Migräne, Kopfschmerzen nutzen. Es wirkt krampflösend bei Menstruationsbeschwerden, dazu warmes Wasser und etwas von dem Öl auf eine Kompresse geben und auf den Bauch auflegen.
Zusammen mit dem Johanniskrautöl, 1:1 gemischt, kann man es auf Wunden oder kleinere Verbrennungen geben. Die Haut gut damit einreiben. Da muss ich aber noch 6 Wochen drauf warten, denn solange muss das Öl an einem warmen, sonnigen Ort, ziehen.


Zum Trocknen eignen sich jetzt auch die meisten Kräuter. Hier seht ihr eine kleine Auswahl aus meinem Kräutergarten:
Lavendel, Zitronenverbene, Zitronenmelisse, Thymian, Majoran, Bohnenkraut, Olivenkraut, Ysop, Pfirsichsalbei, japanische Heilminze, Rosmarin, aztekisches Süßkraut und Dost.



Euch allen wünsche ich einen gemütlichen Abend! Hier soll ja gleich noch ein Unwetter aufziehen.

Liebe Grüße, Kerstin